und mal wieder eine nacht, die mich ins unglück wirft, für jetzt? für
immer? unglück kann man es kaum noch nennen, es ist pech. pures pech!
unsere zeit war in lügen getränkt. in meinen augen glänzte sie. in
deinen war sie nur ein einfaches spiel. du bist süchtig. süchtig nach
liebe. jedoch nicht von mir. von anderen! von vielen! ich zittere und
kann meinen hass kaum in worte fassen. du lässt mich fallen, immer
tiefer und tiefer. es sind nur noch momente die uns trennen. gelogene,
verblichene, zerfallene momente. irgendwann geht jeder, nicht? nun gehe
ich. von dir, von uns. für immer!
gefangen wie in einer gefängniszelle. acht quadratmeter getränkt in
erinnerungen und lügen. am liebsten würde ich ihn löschen, jedoch ist es
auch nur ein misslungener gedanke, der in meinem kopf herumschwirrt. es
wäre so leicht, wäre er wie ein bilderbuch, bei dem ich jede seite,
die mir negativ ins auge fällt rausreisen könnte. sie sind einzelnt in
meinem kopf festgetackert und fallen erst in den hintergrund, wenn sie
so verostet sind, dass sie zerbrechen. es wird immer und immer mehr. mir
ist schwindelig und versuche auf meine kahle und weiße wand zu schauen
die ebenfalls mit festgehaltenen momenten beklebt ist. mir kommt es so
vor, als würde die wand immer und immer näher kommen. aus acht
quadratmeter werden 7 dann 6 und bald bin ich in einem raum der mich
festhält und erdrückt. ich nehme mein handy in die hand und sehe das
display nur verschwommen. trotz all dem schaffe ich es meine
kontaktliste aufzurufen. abschnitt für abschnitt. erst auf den zweiten
blick sehe ich deine nummer. es stehen drei optionen zur auswahl: sms
schreiben, anrufen oder kontakt löschen. ob die ganze geschichte nun
realität war oder eine psychische einbildung, daran dachte ich nicht.
das einzige was ich wollte, war mit dir zu reden. vielleicht würden sich
alle dramatischen probleme zwischen uns lösen und sich somit die wände
wieder ausbreiten. ich drücke auf ,,anrufen''. meine nervosität ist mir
deutlich anzumerken. ich ließ es zweimal klingeln, dreimal klingeln und
mit jeden mal bildeten sich mehr schweißtropfen in meinem gesicht. nun
kam der satz, der mich verzweifelte ,, hier ist die mobilbox ..' was
sollte ich sagen? das es mir gut geht? das ich mich nur melden wollte?
die ganzen aussagen würden doch nur noch mehr in lügen ertrinken. nun
kommt das ende des satzes ,, bitte hinterlassen sie eine nachricht nach
dem ..'' wieder überlegte ich. ist es vielleicht zu spät? zu spät um
befreit zu werden? meine wände kommen immer näher und überfüllen sich
mit meiner vergangenheit. die hand, mit der ich das handy halte entfernt
sich von meinem ohr und begibt sich in augenhöhe. sie nähert sich dem
roten knopf, wo mit kursiver schrift ,, auflegen'' steht. ich lege auf
und warte hier auf hilfe. was wird passieren?
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